Häufig möchten Menschen aus alten Verhaltensweisen ausbrechen und neue Wege finden. Nur wie? Viele sehnen sich nach Gesprächspartnern, die in der Lage sind, die bedrängenden Fragen und Probleme im Sinne der Lebensberatung kompetent und aus einer ganzheitlichen Sicht wahrzunehmen. Das Wissen, wie Leben gelingen kann, ist in unserer Gesellschaft rar geworden. Daher erwerben Christliche Lebensberaterinnen und Lebensberater neben den seelsorgerlichen Kompetenzen im Sinne der Begleitenden Seelsorge zusätzlich ein fundiertes Wissen aus psychologischen, psychotherapeutischen, theologischen und pädagogischen Ansätzen. Diese Erkenntnisse, sowie eine seelsorgerliche, dienende Haltung, Selbsterfahrung und regelmäßige Supervision kommen somit Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen zugute.
Grundsätzlich alle Gebiete der Lebensberatung, Prävention und Gesundheitsvorsorge. Der Abschluss der Ausbildung befähigt zur eigenständigen Tätigkeit in der Altenheim- und Klinikseelsorge sowie in Einrichtungen der Rehabilitation im Sinne einer Zusatzausbildung (z.B. für hauptberufliche Mitarbeiter in Gemeinden und Gemeinschaften) und zur Christlichen Lebensberatung in Beratungsstellen oder in eigener Praxis. Wir empfehlen, schon vor Beginn der Ausbildung mit den Verantwortlichen des entsprechenden Tätigkeitsfeldes oder der jeweiligen Institution Kontakt aufzunehmen und über das Vorhaben der Ausbildung zu informieren.
Dieses Ausbildungsangebot wendet sich an Menschen, die aufbauend auf die Ausbildung zur Begleitenden Seelsorge oder vergleichbarer Ausbildungsleistungen weitere Kompetenzen erwerben wollen. Dazu gehört, dass Christliche LebensberaterInnen bei der konkreten Bewältigung von Lebensproblemen effektive und geistlich vertretbare methodische Hilfen z. B. aus den Forschungsbereichen der Psychologie, Medizin, Pädagogik und Psychotherapie anbieten können.
AUFNAHMEGESPRÄCH (AG) 1 UE
als Voraussetzung für Zulassung zur Ausbildung christliche Lebensberatung. Das Aufnahmegespräch wird als Einzelsupervision gerechnet.
LB-SEMINARE 350 UE
Jedes LB-Seminar umfasst 50 UE und erstreckt sich über eine ganze Arbeitswoche (Montag bis Freitag):
LB 1: Psychopathologie 1 - Verhaltensanalyse
Unterscheidung der Aufgaben christlicher Lebensberatung von Begleitender Seelsorge und Psychotherapie oder Psychiatrie. Vertieftes Verständnis für medizinische Störungsbilder psychischer Erkrankungen, vor allem im Blick auf Störungen durch Depressionen, Ängste und Zwänge wird erworben. Verhaltensanalyse und Einführung in die Beratungsplanung werden begonnen und im LB 2 fortgeführt.
LB 2: Psychopathologie 2 - Beratungsplanung
Die Wahrnehmung psychischer Störungen und ihrer Behandlungsansätze im Bereich medizinischer und psychologischer Psychotherapie und Psychiatrie bilden einen ersten Schwerpunkt im Verlauf des LB 2. Insbesondere Persönlichkeitsstörungen und psychotische Störungen kommen zur Sprache. Für die eigene Praxis der Beratung werden diagnostische Verfahren, einzelne Methodenschritte, Beratungspläne und Auswertung vorgestellt und eingeübt.
LB 3: Selbsterfahrung - Gesprächsführung
Wer sich als Berater ohne ausreichende Selbsterfahrung Rat suchenden Menschen zuwendet, kann nur schwer zwischen den eigenen Erleben, den eigenen Lebensthemen und –problemen und dem Leben des anderen unterscheiden. Der Beratungsprozess wird dadurch nachhaltig beeinträchtigt. Durch prozessorientierte Selbsterfahrung in einer Encounter-Gruppe und Gesprächsübungen mit Video-Feedback werden Sie zu einer ganzheitlichen Selbsterfahrung angeleitet.
LB 4: Bewegung und Körperarbeit
Ohne seinen Körper ist der Mensch nicht zu denken. Körperorientierte Formen der Selbsterfahrung, Krisen, Bewältigung („Coping“) und bewährte Interventionen werden vorgestellt und praktiziert. Sämtliche Methoden sind eingebunden in eine ganzheitliche Sicht des Menschen, die auch die Geborgenheit in Gott als wesentlichen Faktor der Lebensbewältigung mit einbezieht.
LB 5: Theologische Grundlagen
Viele Menschen in der heutigen Zeit suchen Lebensberatung auf, die ihnen auf esoterischer Basis „Ganzheitlichkeit“ verspricht. LB 5 vermittelt das spezifische Profil christlicher Ganzheitlichkeit, die sich nicht mit allgemeinen spirituellen Elementen zufrieden gibt, sondern sich in Jesus Christus gründet, wie ihn uns die Bibel vorstellt. Auf dieser Grundlage entfalten sich die klassischen Seelsorgeformen: Trösten heißt, Menschen das zuzusprechen, was ihnen von Gott her gilt. Ermahnen bedeutet, einen Menschen einzuladen, sich an den hilfreichen Regeln in Gottes Wort und der Schöpfung zu orientieren. Durch die Beichte werden Schritte in die Freiheit möglich, die Lebensberatung oder Psychotherapie nicht anbieten können. Gottesbilder, Persönlichkeit und Glaubensstil werden ebenfalls reflektiert.
LB 6: Leben im System
„Niemand ist eine Insel“ – diese Erkenntnis hat sich in der Beratung durchgesetzt. Erfahrungen in unserer Ursprungsfamilie prägen unser Beziehungsverhalten und unsere psychosexuelle Entwicklung. Wie können wir die Systeme erfassen, in denen ein Mensch lebt und die Dynamik, die sich daraus ergibt, in der Beratung bearbeiten? Sexualität in der Beratung und eine Einführung in Eheberatung runden diesen Themenbereich ab.
LB 7: Biographie und Lebensziele
Prägungen aus der Kindheit nehmen erheblichen Einfluss auf unser Verhalten in Gegenwart und Zukunft unseres Lebens. Daher ist es für Lebensberater unabdingbar, Kenntnisse über frühkindliche Erfahrungen zu gewinnen, biographische Prozesse verstehen zu lernen und Wege zu finden, wie verborgene und belastende Leitmelodien aufgedeckt und neu komponiert werden können. Biographisches Arbeiten in der Lebensberatung anhand individualpsychologischer Ansätze und die Analyse des Lebens- und Glaubensstil stehen daher im Mittelpunkt dieses Seminars.
FORTBILDUNGSSEMINARE 50 UE
Die Seminare sind frei wählbar. Diese Einheit bietet Ihnen die Möglichkeit, persönliche Themenschwerpunkte während Ihre Ausbildung zu setzen. Ob dies Seminare zur Selbst- und Fremdwahrnehmung, das 16PF-R Testlizenzseminar, die Begleitende Seelsorge für Kinder und Jugendliche, PEP4Kids oder PEP4Teens sind. Auch Spezialseminare zur Eheberatung, Fachtagungen und Kongresse können integriert werden. Bitte wenden Sie sich an unsere Ausbildungsberaterin Friedhilde Stricker.
AUSBILDUNGSSUPERVISION (SV) 1OO UE
Gruppensupervision (GSV) 90 UE
Einzelsupervision (ESV) 10 UE. Das Aufnahmegespräch wird als ESV gerechnet.
PRAKTIKUM 240 UE
Hospitation, eigene Gesprächspraxis, Praktikumsbericht
LITERATURSTUDIUM 225 UE
Pflichtlektüre und Buchberichte
BERATUNGSPRAXIS 34 UE
Falldokumentationen
KOLLOQUIUM 3 UE
Reflexion des Ausbildungsprozesses und der persönlichen Entwicklung, Fallbesprechung
13.07.10 - Seelsorge, Lebensberatung: Hirnbiologie. Fachtag für Beratende und Interessierte [mehr]
01.07.10 - Unser Tip für Sie! [mehr]
01.07.10 - Die theologischen und ethischen Grundsätze der Bildungsinitiative wurden im größeren Kreis ausgearbeitet und vom Vorstand beschlossen. [mehr]
13.07.10 - Lütz, Manfred: Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde. Gütersloher Verlagshaus, 2009. [mehr]